Hier ist immer was los.

Schön, dass Sie den Friesenhof Blog besuchen.
Hier gibts von Zeit zu Zeit immer neue Geschichten von Sylt, aus Wenningstedt und vom Friesenhof.

Sind die nicht süß? Ganz neu bei uns im Garten: Fliegenpilze! Kamen letzte Woche spontan aus dem Boden geschossen und sind jetzt ein gefragtes Fotoobjekt. 

Übrigens: Fliegenpilze galten einst als Delikatesse. Allerdings nur ohne die rote Haut. Denn die ist bei Verzehr verantwortlich für Schwindel, Halluzinationen und einen starken Rausch .. Wie es wohl dem Karnickel geht, das den Pilz hinten links angenagt hat .. ?

Wooow, hatten wir je so sonnige, warme, wunderschöne Ostern?! Es war wie Hochsommer mit einer angenehm leichten Brise aus Nord-Ost. Heute am Dienstag nach Ostern ist der Himmel auch wieder strahlend blau, nun aber mit ordentlich Wind aus Ost. Windjacke an – Syltwetter, wie man es kennt 🙂

Vielen Dank, liebe Gäste, für diesen tollen Saisonauftakt!

Am Karsamstag gingen ca. 300 Sylter auf die Straße – es gab eine Demo! Vielleicht die erste Demo auf Sylt? Zumindest war es meine erste Demo, und ich bin stolz und froh, mitzumachen.

Der Grund: Wenningstedt besitzt wichtiges Kulturgut – ein 5000 Jahres altes Grab, das unter einem Hügel liegt und mit den großen Steinen, die als Grabkammer dienen, eine kleine Attraktion ist. Etwas eng da drin, aber sehr interessant. Besonders die großen, schweren Steine und die Konstruktion des Ganzen sind beeindruckend.

Das Grab befindet sich direkt neben unserer Wenningstedter Friesenkapelle und lässt sich auf einer Tour durch den Ort richtung Kampen und Wäldchen gut mit besichtigen.

Neben dem Denghoog steht ein Haus in toller grüner Lage, das Lisa, einer alten Dame, gehörte, die letztes Jahr gestorben ist. Lisa war eine liebe, kleine Frau, die sich aufopfernd um andere kümmerte. Jeden Morgen kam Sie mit dem Fahrrad und besuchte meine Oma, die im Friesenzimmer saß und ihr Marmeladenbrötchen (oder Quittengelee -selbstgemacht) frühstückte. Sie unterhielten sich ein paar Minuten, Lisa wollte keinen Kaffee, nahm sich aber immer ein Bonbon an der Rezeption. Manchmal kam auch Ebba, und man hörte die alten Damen miteinander lachen. Dann nahm Lisa ihr Fahrrad und ging weiter.

Heute führt meine morgendliche Gassirunde an Lisas Haus vorbei, und immer genieße ich den Anblick und die Ruhe dieses Ortes zwischen Kirche und Friedhof. Es ist nicht mehr wirklich gepflegt, da es nun schon länger leer steht, aber es ist umringt von Grün, vielen Bäumen und hat einen besonderen Charme.

Nun das Problem: Dieses Haus soll nun abgerissen und durch vier Hausteile ersetzt werden. Laut wenningstedter B-Plan darf groß gebaut werden, inkl. 3 Meter Unterkellerung und 8 Parkplätzen! 

Vorbei mit idyllischer Romantik und im schlimmsten Fall auch mit dem Denkmal. Denn der Denghoog ist in Gefahr – die 5000 Jahre alte Grabkammer könnte Schaden nehmen beim Bau mit schwerem Gerät, im schlimmsten Falle einstürzen….

Momentan fährt dort kein Auto, ab dann wird es eine Zuwegung geben, direkt vorbei am Denkmal. Baufahrzeuge und die Autos der neuen Gäste werden sich dann an Kirche und Grabstätte vorbeischieben.. Kein schöner Gedanke…

Die Sölring Foriining schreibt: “Die Erschütterung durch das Ausheben des geplanten Kellers unmittelbar neben dem Denkmal birgt aus unserer Sicht das Risiko, dass sich die tragenden Steine des Ganggrabes verschieben könnten. Diese und der ca. 20 Tonnen schwere Deckenstein der Grabkammer sind mit einem Geschiebe aus Quarzit, Gneis und Granit ummantelt, das wiederum von einer gelben Sandschicht und grauer Erde bedeckt ist. Dieser Mantel besteht aus etwa sieben Lagen plattiger Steine, die mit Klei verbaut wurden und wie vermörtelt liegen. So beschreibt es der ehemalige Leiter des Archäologischen Landesamtes, Professor Reichstein, nach seiner im Jahre 1981 erfolgten Grabung am Denghoog. Die Verschiebung des Mantels und der Sandschicht können eine unmittelbare oder spätere Wirkung auf die tragenden Steine des Grabes haben und hätten eine Schließung des Denghoog zur Folge.”

Immerhin konnte bis jetzt erreicht werden, dass die Zuwegung zum Grundstück von der Gemeinde untersagt wurde. Die Sölring Foriining ging gegenan, da sie bei der Änderung des Bebauungsplanes 2012 nicht mitbedacht wurde. So herrscht momentan ein Baustopp. Doch die Investorengemeinschaft wird klagen und alle Mittel für den Neubau einsetzen. Sie hatte schon versucht, sich die Zuwegung mit sechsstelliger Summe zu erkaufen. Zum Glück vergebens.

Deshalb sammeln wir Unterschriften – gegen eine Bebauung, die unserem Denkmal schaden könnte. Bitte machen Sie mit, helfen Sie der Insel im Kampf gegen den Ausverkauf. Nachfolgend der Link zur Onlinepetition.

https://www.openpetition.de/petition/online/rettet-das-steinzeitgrab-denghoog-geplanter-neubau-gefaehrdet-5-000-jahre-altes-sylter-denkmal

Liebe Gäste,

in 9 Tagen ist es soweit – wir öffnen das Hotel für die Saison 2019. Die Wetterprognose für Ostern ist sehr gut, Sonne satt! Zwei Doppelzimmer und Ferienwohnungen haben wir noch frei, schauen Sie in unsere Angebote. Wir freuen uns auf Sie!

Liebe Gäste,
hier ein paar Bilder von Sylt im Dezember.
Gestern morgen wurden wir mit diesem herrlichen Sonnenaufgang und Sylt mit Zuckerguss verwöhnt. Die Nacht zuvor hatte es geschneit.
Heute ist alles schon wieder getaut und draußen gewohnt neblig feucht. Ein typischer Wintertag im Norden. 

An solchen Tagen frage ich mich, wie es den Friesen vor 200 Jahren erging. In ihren kleinen Reetdachhäusern. Dunkel, kalt, einsam.. Denn die kalte Jahreszeit ist lang hier im Norden..
Mit diesen Gedanken bin ich umso dankbarer für meine Heizung und die ganzen Möglichkeiten, die wir heutzutage haben.
Mein Vorsatzvorschlag für 2019: Genießen, was wir haben; schützen, was wesentlich ist – für uns und unsere Nachkommen.
Ich wünsche Ihnen ein besinnliches Weihnachtsfest und einen fabelhaften Rutsch ins neue Jahr!

Niels Rohde – Geschichten von früher: “Frieda Boysen”

In dem alten Kapitänshaus gegenüber von uns lebte Frieda Boysen mit Ihrem Mann Jacob. In Itzehoe wurde sie geboren und erreichte das Alter von 87 Jahren. 

Noch jung an Jahren war sie schon weit in der Welt herumgekommen. Als Kindermädchen reiste sie mit einer reichen Familie auf Segelschiffen mehrmals nach Übersee und sprach englisch und ein bißchen spanisch. Über 10 Jahre arbeitete sie in Amerika. 

Ihren Mann lernte sie kennen, als sie in Wenningstedt zu Gast war. Zu seinem Hof gehörte viel Land, und als sie den Witwer Jacob heiratete, steckte sie ihr ganzes im Ausland erarbeitetes Geld in den Hof und mußte erst einmal das heruntergewirtschaftete Gehöft in Ordnung bringen. 

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Nach dem Kriege, als wieder Sommergäste auf die Insel kamen, verdiente sie ihr Geld mit Vermietung und hatte Platz für 40 Essensgäste. Einmal, als zur Mittagszeit bei uns im Friesenhof die Kartoffeln ausgingen, schickte meine Großmutter ein Mädchen hinüber zu Frieda Boysen, und mit gekochten Kartoffeln, die sie in ihrer Schürze trug, kam sie zurückgerannt und rief schon von weitem: “Ick heff welk!“ So halfen sich die Nachbarn hier schon immer gegenseitig. 

Das Wohnzimmer gleich links vom Eingang war etwas rummelig, aber gemütlich. Auf dem alten Sofa hielt Jacob seinen Mittagsschlaf und die Wanduhr tickte. An den alten Sachen auf dem Boden war ich als Junge sehr interessiert, und wenn ich Oma Boysen fragte, ob ich mal hochklettern durfte, dann schimpfte sie: “Du dumme Jung, wat wüst du denn wedder dor boben?!“

 Die Küche hatte einen Fliesenfußboden, lag nach Norden und war im Sommer schön kühl. Unter dem Wasserhahn stand ein riesiger Tontopf, den hatte ein Seemann von weiter Reise mitgebracht. Frieda Boysen verschenkte ihn irgendwann, und heute steht er in einem Haus in Archsum. Die Schubladen ihres Küchenschranks waren immer offen, die unterste am weitesten. So konnte sie jederzeit bequem hineingreifen. 

Vor 1900 befand sich in dem Hause die Poststelle. Ich kann mich erinnern, daß eine Art Schalter in einer Wand war, der war rundum gelb angestrichen. 1907 baute Jens Boysen nebenan das Posthaus, und man konnte durch eine Tür direkt in die Post gelangen. 

An der Schlafzimmertür des Ehepaares hing ein Spruch: “Im Juni, Juli und August enthalte dich der Leibeslust!“ Aber hat man sich damals daran gehalten? Und heute, wo die Saison doch viel länger dauert? 

Frieda Boysen sagte manchmal zu mir: “Mein Mann war ein stolzer Reiter!“ oder: “Vater, sagte ich immer zu meinem Manne….!“ Aber Jacob liebte es auch, vor dem Haus über die Gartenpforte zu lehnen und Vorübergehende zu fragen: „Gibt´s was Neues?“ Oder über die zu langen Röcke der jungen Frauen zu spotten. 1958, im Alter von 80 Jahren, starb Jacob. Frieda kam über die Straße zu meiner Oma gelaufen und rief: “Er ist tot, er ist tot!“ 

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In einer Sturmnacht im Februar 1962 brach das baufällige Gebäude zusammen. Da saß Oma Boysen am Fenster und weinte. Wertvolle Grundstücke, mitten im Ort gelegen, verkaufte sie und darüber waren die Erben sehr erbost. Ihre letzten Jahre verbrachte sie in einem Heim in Deezbüll auf dem Festland. Sie starb friedlich im Januar 1974. Auf dem Keitumer Friedhof haben beide ihre letzte Ruhe gefunden. Ihr Nachbar, der Wenningstedter Bäckermeister Heinrich Jessen erwarb 1976 das 300 Jahre alte Haus, restaurierte und erfüllte es mit seiner Familie mit Leben. Es heißt jetzt „Friesenhaus Boysen“.

Niels Rohde

Ja, es ist Herbst.. Die Saison zieht sich auch dieses Jahr bis in die erste Novemberwoche. Sylt ist im Oktober gut besucht, nun mit dem neuen Feiertag am 31.10. erst recht. 

Gestern gab es einen hübschen Sturm. Nichts ist passiert, nur ein paar Stühle lagen umgekippt auf der Wiese. Ich liebe es, mich am Strand einmal gut durchpusten zu lassen, ein paar Fotos zu machen und mich danach mit einem Tee auf Sofa zu lümmeln. Das ist das Tolle an der kalten Jahreszeit.

Unsere Männer sind in diesen Tagen dabei, das Grundstück winterklar zu machen. Möbel rein, Baumschnitt, Laub weg, Teich leer .. 

Heute ist es noch windig, aber der Regen von gestern ist richtung Festland gezogen und die Sonne kommt raus. 

Einen sonnigen, gemütlichen Herbsttag wünscht Ihnen Ihr Friesenhof-Team!

Dieser Sommer…. mehr geht nicht! Wir hatten nahezu 3 Monate keinen nennenswerten Regen. Unsere Wiese hatte einige braune Flecken, wir kamen mit dem Wässern kaum hinterher.. Aber es war soooo schön! Sonne satt, im Juli wurde die höchste Temperatur seit Wetterauszeichnung auf Sylt gemessen: 32,8 Grad! Die ersten Gäste sagten schon: “Wenn es nächstes Jahr wieder so heiß wird, kommen wir nicht wieder…” Für üblich hört man diesen Satz mit “kühl und windig” 🙂

Irgendwann kam er dann von oben, der Regen. Aber moderat! Es ist immer noch schön sommerlich, wir fühlen uns wohlig gewärmt nach diesem wahnsinns Wetter. Klimaveränderung hin oder her – der Insel tut es gut, wenn’s auch mal länger heiß und trocken ist!

Sommer auf Sylt … So schön…

Reiche Ernte Anfang Juli im Friesenhof-Garten. Da ein paar Krähen auf der Wiese rumhüpfen, gibt es kaum Stare, die das Obst klauen.. Das heißt für uns Kirschen satt!